Hochwasser Juni 2009 - Hatzendorf "Land unter"

Es regnete. Wie auch in den vergangenen Tagen. Als die Feuerwehr Hatzendorf um 10.30 Uhr am 24.06.2009, Mittwoch, zum ersten Mal alarmiert wurde war der Grazbach in Hatzendorf noch in seinem Bachbett, gut einen Meter unterhalb der Grazbachbrücke.

Die FF Hatzendorf rückte aus zum Kellerauspumpen nach Obertiefenbach und Stang.
In der Zwischenzeit wurde auch der Ortskern von Hatzendorf überflutet. Das Wasser Stieg sehr rasch. Vom Anwesen Ölweiner bis zur Landwirtschaftlichen Fachschule stand das gesamte untere Dorf bis zu eineinhalb Meter unter Wasser. Keller und Wohnungen wurden überschwemmt. Mit Booten bzw. Zillen der Feuerwehr und Traktoren wurden die Hausbewohner evakuiert. In Stang mussten zwei Personen aus ihren in den Fluten hängengebliebenen Fahrzeugen gerettet werden.

Rund 70 Personen wurden aus ihren Wohnungen und Häusern evakuiert.

In der Nacht vom 24.06. auf den 25.06. traf auch die von der Einsatzleitung Hatzendorf angeforderte FuB-Einheit (Feuerlösch- und Bergebereitschaft) des Bezirkes Knittelfeld ein. Die Einsatzleitung der Feuerwehr Hatzendorf mit ihrem Einsatzleiter Kommandant HBI Franz Auner setzte die Kräfte aus Knittelfeld zum Auspumpen der unter Wasser stehenden Keller ein. Auch Landeshauptmann Mag. Franz Voves sowie sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer statteten Hatzendorf zusammen mit Bezirkshauptmann HR Dr. Wilhelm Plauder mit dem zuständigen für Katastrophenschutz, HR Dr. Kurt Kalcher, einen Besuch ab und versprachen rasche, unbürokratische Hilfe.

Da das Wasser bereits in der Nacht wieder abfloss, konnten rund 120 Keller ausgepumpt werden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich neben der Feuerwehr Hatzendorf und der FuB-Einheit aus Knittelfeld noch elf weitere Feuerwehren in Hatzendorf im Einsatz, um Keller auszupumpen und um den Menschen in ihrer Notlage zu helfen. Auch das Feuerwehrhaus blieb vom Hochwasser nicht verschont und wurde 30 Zentimeter hoch überflutet.

Am Donnerstagvormittag, 25.06.2009, waren bereits die Hälfte der überfluteten Keller ausgepumpt und die FuB-Einheit aus Knittelfeld rückte wieder ab. Zur Unterstützung bei den Aufräumungsarbeiten wurde das Bundesheer angefordert. Auch an diesem Tag waren insgesamt acht Feuerwehren mit 89 Männer und Frauen in Hatzendorf damit beschäftigt Keller auszupumpen und Schlammmassen zu beseitigen. Zahlreiche Freiwillige kamen um den Einsatzorganisationen und den vom Hochwasser betroffenen Menschen zu helfen und zu unterstützen.

Nur durch die gute Zusammenarbeit und dem ständigen Informationsaustausch zwischen der Einsatzleitung der Feuerwehr Hatzendorf und dem Bürgermeister Walter Wiesler sowie dem Bundesheer war es möglich bereits Donnerstagabend (!) das Gröbste erledigt zu haben.

Auch am Freitag dauerten die Aufräumungsarbeiten noch den ganzen Tag an. Immer wieder drang von neuem Wasser in die Keller ein und immer wieder mussten die Keller von neuem ausgepumpt werden. Nicht nur der Ort Hatzendorf, sondern auch die umliegenden Ortschaften (Stang, Tiefenbach, Rittergraben …) waren betroffen. Feuerwehren, Bundesheer, Gemeinde und die vielen freiwilligen Helfer standen im Dauereinsatz.

Am Samstag waren nur noch vereinzelt Keller auszupumpen und Straßen/Plätze vom Schlamm zu reinigen. Weiters begann man mit den Aufräumungsarbeiten im und um das Feuerwehrhaus, welches stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Mobiliar, Parkettböden, Mauerwerk, Fassade,… aber auch Einsatzbekleidung ging durch das Hochwasser kaputt.

Sonntagnachmittag, 28.06.2009, musste die FF Hatzendorf erneut ausrücken um Keller auszupumpen und am Montag wurden die Keller in der „Bierbauersieldung“ in Hatzendorf erneut überflutet.
Doch nicht nur das Hochwasser machte den Einsatzkräften sorgen, sondern auch immer wieder auftretende Hangrutschungen.

Die gröbsten Aufräumungsarbeiten waren somit überstanden. Das Aufarbeiten und Beseitigen der Schäden wird noch Monate in Anspruch nehmen.
Abschließend bedankt sich die Freiwillige Feuerwehr Hatzendorf bei allen die geholfen haben, ganz besonders bei der FuB-Einheit aus Knittelfeld, dem Bundesheer, den eingesetzten Feuerwehren aus dem Bezirk Feldbach und den unzähligen freiwilligen Helfern.

 

Spendenaktion für Hochwasseropfer - Hatzendorfer Hochwasserhilfe

Wie in allen Katastrophenfällen werden die Schäden immer nur zu einem Teil von den Versicherungen und Hilfsfonds abgedeckt. Daher wurde von bei der Raiffeisenbank Hatzendorf ein Spendenkonto eingerichtet, auf welches Sie Ihre Spende einzahlen können.
Die Aufteilung der Spenden an die betroffenen Personen wird von einem unabhängigen Hilfskomitee durchgeführt, dass in den nächsten Tagen gegründet wird.

Die Bankverbindung: Raiffeisenbank Hatzendorf, BLZ: 38132, Konto Nr. 1008.

Herzlichen Dank für Ihre Spende.

Weitere Infos zur Spendenaktion erhalten sie auf Homepage der Gemeinde bzw. in der Gemeindeinformation 12/09 und im Gemeindeamt Hatzendorf.

 

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